Marine Römisch (Ref. 2001.1)

Epoche von ca. 1730 - 1940

Erhältlich in 43 mm oder 45 mm Gehäuse.

Die Tourby Marine Römisch Modelle kommen ganz in der Tradition der alten Marine Chronometer daher. D.h. helle Zifferblätter mit römischen Zahlen und gebläuten Zeigern. Die Marine wird in das neue 43 mm Manufaktur Gehäuse eingeschalt, welches sich durch seine flache Bauweise auszeichnet. Darüber hinaus besticht dieses Gehäuse durch das hochwertige Finish, welches man so nur bei Uhren im Luxus-Segment findet. Passend zu diesem hohen Niveau ist das randgewölbte Saphirglas, was der Uhr einen nostalgischen Charakter verleiht. Das entspiegeltes Saphirglas gibt freie Sicht auf das wunderschöne und schlichte Zifferblatt dieser Uhr, das aus 925 Sterling Silber hergestellt wird und anschließend mit einer Emaille-Schicht lackiert wird. Die Zeiger sind natürlich aus temperatur-gebläutem Edelstahl, so wie man es von einer hochwertigen Marine Uhr erwarten sollte. Auch die freie Sicht auf das Handaufzugswerk wird durch ein Saphirglas bestückt. Das schweizer Handaufzugswerk zeichnet sich durch eine hohe Gangreserve von ca. 48 Stunden aus und hat eine einzigartige Finissage, die man für diesen Preis nirgendswo anders findet.  Abgerundet wird das Design durch ein handgenähtes Lederband aus echtem Louisiana Alligator. Eine wunderschöne Reiselederbox ist ebenfalls Bestandteil jeder Tourby Marine Uhr.

Details

 

  • 43mm Durchmesser
  • Höhe 9 mm ohne Glas gemessen (10,4 mm inkl. gewölbtem Glas)
  • von Horn zu Horn ca. 50 mm
  • Bandbreite 22 mn
  • stark randgewölbtes Saphirglas (Innen und Außen bogenförmig gewölbt)
  • Edelstahl Gehäuse, poliert und Seiten matt gebürstet
  • verschraubter Saphirglasboden
  • 5 BAR Druckfest
  • Zifferblatt aus 925/000 Sterling Silber mit Emaille-Lack
  • temperatur-gebläute Stahlzeiger in Birnenform
  • Handaufzug
  • Swiss Made ETA Unitas 6498-1 (18.000 A/h, 17 Jewels, 48h Gangreserve)
  • Stosssicher nach DIN Norm 8308
  • Antimagnetisch nach DIN Norm 8309
  • hand genähte Lederbänder aus Louisiana Alligator
  • Lederbox

Preise und Lieferzeiten

Lieferzeit ca. 2 - 4 Wochen
 
Preis:
Marine Römisch H2f
Mit Uhrwerk ETA Unitas 6498-1 Decorated SCDG *1.400,- Euro

 

Extras:

Faltschließe + 50,- Euro

Sonnenschliff Aufzugsräder + 100,- Euro (beim Cal. 74 bereits inklusive)

Rose vergoldetes Gehäuse + 200,- Euro

Teilweise von Hand graviertes Werk  + 600,- Euro

Komplett von Hand graviertes Werk + 1800,- Euro

Edelstahl

Unsere Uhren sehen nicht nur auf den offiziellen Produktfotos top aus, sondern auch in Natura auf Amateurbildern. 

Rose Vergoldet

Marine Roman 45

Nun endlich auch in 45 mm erhältlich:

Vergleich zwischen 43 mm und 45 mm Gehäuse:

Die Geschichte der Marine Uhren

Wollte man vor Einführung von Funk-und Satellitennavigation den Standort seines Schiffes auf hoher See, abseits aller Küsten genau bestimmen, so musste man sich nach dem Stand der Gestirne richten. Dazu braucht man zwei sehr präzise Instrumente, ein Gerät um Winkel zu messen (Sextant) und eine sehr genau gehende Uhr (Chronometer).

 

Um dies zu verdeutlichen, nehmen wir den mathematisch einfachsten Fall der astronomischen Navigation, das früher beliebte Mittagsbesteck (Nicht zum Essen geeignet!):

Kurz vor dem Höchststand der Sonne wird diese mit dem Fernglas des Sextanten beobachtet, bis sie nicht mehr steigt. Dann wird die maximale Höhe über der Kimm (sichtbarer Horizont) gemessen. Den Zeitpunkt der Kulmination kann man durch zwei Zeitmessungen gleicher Sonnenhöhe vor und nach dem Höchststand genau ermitteln.

 

Aus der beschickten (korrigierten) Höhe und der (aus dem Nautischen Jahrbuch zu entnehmenden) Abweichung der Sonne (Höhe der Sonne über dem Himmelsäquator) lässt sich durch einfaches Addieren oder Subtrahierendie geographische Breite des Standortes berechnen.

Will man nun die geographische Länge bestimmen, muss man „nur“ den Zeitunterschied zwischen dem Sonnenhöchststand am Schiffsort (12 Uhr Ortszeit) und dem auf dem Nullmeridian durch Greenwich (12 Uhr Greenwich-Zeit) genau kennen. Und um diese Zeitspanne zu ermitteln, braucht man eben an Bord eine sehr genaue Uhr mit der exakten Ortszeit von Greenwich. Diese Zeitdifferenz lässt sich dann leicht in die geographische Länge des Standortes umrechnen.

 

Bei der Bestimmung der Breite ergibt ein Messfehler von einer Winkelminute einen Standortfehler von einer Seemeile (1,852 Km) in Nord-Süd-Richtung.

Bei der Bestimmung der Länge ergibt ein Zeitfehler von 4 Sekunden am Äquator einen Standortfehler von einer Seemeile in Ost-West-Richtung. Auf mittleren Breiten ergeben etwa 7 Sekunden falsche Zeit diesen Fehler.

Will man ein Schiff sicher über die Weltmeere führen, benötigt man also neben einem guten Sextanten eine Uhr, die einem noch nach Wochen(!) auf See sekundengenau die Greenwich-Zeit anzeigt. Eine enorme Herausforderung für mechanische Uhren!

 

Seit dem 18. Jahrhundert war England die uneingeschränkte Herrscherin der Weltmeere. Daher wundert es nicht, dass man gerade dort intensiv nach einer Methode der genauen Längenbestimmung des Schiffsortes auf hoher See suchte. So hatte 1714 das englische Parlament ein ungeheuerliches Preisgeld von 20.000 Pfund Sterling (nach heutigen Maßstäben viele Millionen Euro) für denjenigen ausgelobt, der das „Längenproblem“ löst.

Auch der gelernte Tischler John Harrison, der vorher schon erfolgreich sehr genaue Standuhren gebaut hatte, nahm sich der Sache an. Er wollte beweisen, dass es möglich ist, derart genaue Uhren zu bauen, dass man damit die geographische Länge auf hoher See exakt bestimmen kann. Die ganze Fachwelt war damals skeptisch (selbst der berühmte Newton!).

Harrison war ein genialer Tüftler und Erfinder. Er baute exakte Zahnräder (teilweise aus Holz!), die keiner Schmierung mehr bedurften, ein kugelgelagertes Federhaus und vieles mehr. Er erfand auch die Temperaturkompensation durch Verwendung unterschiedlicher Metalle und eine gut funktionierende Hemmung (Grashüpferhemmung).

Und er hatte schließlich Erfolg! Sein Chronometer H4 zeigte nach 81 Tagen Seefahrt nur eine Gangabweichung von 5 Sekunden. Das war unglaublich! Damit konnte man nun erstmals zuverlässig nur nach den Gestirnen navigieren. Und zwar mit Hilfe der genauen Uhrzeit vom Chronometer! Dass dies möglich war, hatte Harrison der Welt bewiesen!

Obwohl er seine Uhren vereinfachen und verkleinern konnte (schließlich auf nur noch 13 cm im Durchmesser), blieben sie doch kompliziert und sehr, sehr teuer in der Herstellung. Das war auch die Begründung, mit der ihm das Preisgeld unberechtigter Weise (!) lange verwehrt wurde.

Später wurden die Schiffschronometer noch einmal von Arnold und Earnshaw u.a. durch die Verwendung der Chronometerhemmung nach Le Roy verbessert und vereinfacht. Nun wurden sie auch erschwinglich und damit erst alltagstauglich. Jedes seegehende Schiff konnte und musste bald sein eigenes Chronometer an Bord haben.

In Deutschland wurden später Schiffschronometer nach englischem Vorbild bei Lange in Glashütte und bei Wempe in Hamburg gefertigt. - In herausragender Qualität!

 

Bis zur Verbreitung des Rundfunks rund um die Erde und der Einführung des Zeitzeichens war das Schiffschronometer das Allerheiligste eines jeden Hochseeschiffes. Seine zuverlässige Funktion war für die Sicherheit von Schiff und Besatzung einfach unerlässlich! So blieb das empfindliche Gerät auch stets unter Deck, an einem trockenen Ort mit möglichst geringen Schiffsbewegungen.

Wollte man nun zur Ortsbestimmung die Gestirne beobachten und Höhen und Zeiten messen, musste man die Zeit an Oberdeck tragen. Dazu verwendete man große, besonders genaue, offene Taschenuhren mit Ankerhemmung, die Beobachtungsuhren (engl. deck watches). Deren Stand wurde unter Deck mit dem noch genaueren Schiffschronometer zur Korrektur verglichen.

 

DieBeobachtungsuhren hatten möglichst keine Komplikationen (außer manchmal einem Auf-und-Ab-Werk). Jede Komplikation beeinträchtigt die Genauigkeit der Uhr ein wenig (und lenkt auch nur von der Zeitanzeige ab). So wird auch regelmäßig für die Sekundenanzeige die technisch einfachste Lösung, die „Kleine Sekunde“ gewählt.

Die gute und eindeutige Ablesbarkeit war wichtig, auch noch bei schlechter Beleuchtung in der Dämmerung an Oberdeck (dem wichtigsten Zeitpunkt für Ortsbestimmungen nach Sternen!) oder bei schlechtem Licht im Kartenhaus.

Also des Kontrastes wegen weißes Zifferblatt und schwarze Ziffern! Der Anzeigegenauigkeit wegen feine Minuten- und Sekundenstriche und feine Zeigerspitzen! Bis zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts wurden für die Stundenanzeige meist radial angeordnete römische Ziffern verwendet; später dann oft aufrecht stehende arabische Ziffern, erst noch mit Serifen, zuletzt ganz schlicht. So entstand das Bild der typischen „Marineuhr“.

 

Gerade in den letzten Jahren wird das markante Erscheinungsbild dieser Marine-Beobachtungsuhren auch zur Gestaltung von Armbanduhren aufgegriffen. Es entstehen so schlichte, tragbare Uhren, die an die große Zeit der präzisen, mechanischen Uhren erinnern. - Und zudem noch zeitlos schön sind!

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