Ref. 2092
Kleinserie von nur 25 Stück
Details
Manufaktur-Gehäuse
40 mm Durchmesser
Gesamthöhe 10,6 mm
von Horn zu Horn ca. 48 mm
Bandbreite 22 mm
hand-gebürstetes Gehäuse aus Edelstahl
verschraubter Saphirglasboden (nickelfrei)
verschraubter Top-Ring mit rand-gewölbtem Saphirglas
Saphirglas entspiegelt (Transparent-Entspiegelung)
Glasdichtungen UV-beständig
mindestens 5 BAR druckfest
griffige Zwiebel-Krone
Zifferblatt 3-schichtig
temperatur-gebläute Stahlzeiger, Birnenform (Marine)
Swiss Made Handaufzugswerk (auf Basis des ETA Unitas 6498-2), 17 Steine, 21.600 A/h, bis maximal 60 h Gangreserve
feinreguliert in 5 Lagen
Durchschnittliche Ganggenauigkeit -2/+8 Sekunden pro Tag, gemessen nach dem Einschalen des Uhrwerkes
Stoßsicher nach DIN Norm 8308
Antimagnetisch nach DIN Norm 8309
hand-genähte Lederbänder aus echtem Louisiana-Alligator
Lederbox.
Preise und Lieferzeiten
Lieferzeit ca. 4 Wochen
Osmanische Uhren: Zahlen für ein Weltreich
Die Geschichte der Uhren mit osmanischen Ziffern reicht mehrere Jahrhunderte zurück. Bereits seit dem 17. Jahrhundert fertigten die bedeutendsten europäischen Uhrmacher kostbare Zeitmesser für den
Hof des Osmanischen Reiches und seine wohlhabende Elite. Viele dieser Uhren dienten als diplomatische Geschenke zwischen Herrscherhäusern und Staatsmännern. Noch heute zeugt die eindrucksvolle
Sammlung im Topkapı-Palast in Istanbul von dieser außergewöhnlichen Epoche der Uhrmacherei.
Um den Geschmack des osmanischen Marktes zu treffen, unterschieden sich diese Uhren deutlich von ihren europäischen Pendants. Osmanische Ziffern, kunstvolle Emaillearbeiten, feinste
Guillochierungen, Goldgehäuse und Edelsteinbesatz prägten ihr Erscheinungsbild. Farben wie das traditionelle Türkis waren besonders beliebt und verliehen den Zeitmessern ihre unverwechselbare
Ausstrahlung.
Zu den berühmtesten Uhrmachern, die Uhren für den osmanischen Markt schufen, gehörten Abraham-Louis Breguet und Julien Le Roy. Ihre außergewöhnlichen Taschenuhren
verbanden höchste technische Präzision mit einer Gestaltung, die speziell auf die Wünsche ihrer osmanischen Auftraggeber abgestimmt war.
Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich insbesondere England zu einem bedeutenden Exporteur von Taschenuhren in das Osmanische Reich. Die Brüder Edward und George Prior
spezialisierten sich auf diesen Markt und fertigten über Jahrzehnte hochwertige Spindeltaschenuhren mit osmanischen Ziffern. Viele dieser aufwendig dekorierten Zeitmesser funktionieren noch heute
zuverlässig und gehören zu den begehrtesten Sammlerstücken ihrer Epoche. Charakteristisch sind ihre robusten Kettenantriebe sowie kunstvoll gravierte Uhrwerke, die eindrucksvoll das handwerkliche
Können ihrer Zeit widerspiegeln.
Mit dem Ende des Osmanischen Reiches und der Gründung der Republik Türkei wandelte sich auch die Welt der Uhren grundlegend. Unter Mustafa Kemal Atatürk orientierte sich das Land
stärker an Europa. Die Einführung des lateinischen Alphabets und weitreichende Modernisierungsreformen führten dazu, dass traditionelle osmanische Gestaltungselemente zunehmend aus dem Alltag
verschwanden. Gleichzeitig verlagerte sich die Nachfrage von aufwendig gefertigten Luxusuhren hin zu funktionalen und erschwinglichen Zeitmessern.
In dieser Zeit gewann die Schweizer Manufaktur Cortebert erheblich an Bedeutung. Das Unternehmen zählte zu den größten Herstellern hochwertiger Uhrwerke seiner Zeit und belieferte
neben eigenen Taschenuhren auch zahlreiche andere Marken. Besonders bekannt wurden die robusten Eisenbahneruhren, deren Präzision und Zuverlässigkeit bis heute geschätzt werden. Unter Sammlern
genießen insbesondere die für den türkischen Markt gefertigten Modelle mit der Aufschrift „Demiryolları“ einen hervorragenden Ruf. Ihr historischer Bezug sowie ihre technische
Qualität haben sie zu begehrten Sammlerstücken werden lassen.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts verschwanden Uhren mit osmanischen Ziffern nahezu vollständig vom Markt. Nur wenige Hersteller boten noch einzelne Modelle an, die jedoch meist nicht mehr an die
handwerkliche Qualität ihrer historischen Vorbilder heranreichten. Heute gehören originale osmanische Taschenuhren zu den faszinierendsten Zeugnissen klassischer Uhrmacherkunst. Selbst in der
modernen Türkei sind die historischen osmanischen Ziffern nur noch wenigen Menschen geläufig.
Mit der Ottoman Kollektion knüpft Tourby an dieses fast vergessene Kapitel der Uhrengeschichte an. Die historischen osmanischen Ziffern werden mit deutscher Uhrmacherkunst und
moderner Fertigungsqualität verbunden – als Hommage an eine außergewöhnliche Epoche, in der europäische Präzision und osmanische Ästhetik eine einzigartige Verbindung eingingen.
Die Geschichte unserer Zahlen
Jede Uhr erzählt die Zeit mithilfe von Zahlen. Dass ein Zifferblatt in 60 Minuten und jede Minute in 60 Sekunden unterteilt ist, geht auf eine jahrtausendealte Tradition zurück. Ihren Ursprung hat
dieses System im alten Mesopotamien, wo die Sumerer und Babylonier bereits vor über 4.000 Jahren das Sexagesimalsystem – ein Zahlensystem auf der Basis 60 – entwickelten. Bis heute findet es
Anwendung bei der Zeitmessung und der Einteilung des Kreises in 360 Grad.
Auch die Einteilung in Fünferschritte ist tief in der Menschheitsgeschichte verwurzelt. Sie orientiert sich an den fünf Fingern einer Hand und erleichtert seit Jahrtausenden das Zählen. Deshalb
werden auf klassischen Uhren meist die Minuten 5, 10, 15, 20 bis 60 beschriftet, während die einzelnen Minuten durch feine Indexe markiert sind.
Warum heißen unsere Zahlen „arabisch“?
Die heute weltweit verwendeten Ziffern werden allgemein als arabische Zahlen bezeichnet. Tatsächlich stammen sie jedoch ursprünglich aus Indien, wo bereits zwischen dem 3. und 6.
Jahrhundert ein Dezimalsystem mit den Ziffern 0 bis 9 entwickelt wurde. Besonders revolutionär war die Einführung der Null als eigenständige Zahl – eine mathematische Innovation, die
das Rechnen grundlegend veränderte.
Arabische Gelehrte übernahmen dieses Zahlensystem, entwickelten es weiter und verbreiteten es schließlich im Mittelalter über Nordafrika und Spanien nach Europa. Von dort setzte es sich nach und
nach gegen die römischen Zahlen durch. Im deutschsprachigen Raum trug unter anderem der Rechenmeister Adam Ries dazu bei, das neue Zahlensystem bekannt zu machen.
Im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich die Schriftform der Ziffern immer wieder. Deshalb unterscheiden sich die ursprünglichen indischen oder arabischen Zeichen deutlich von den heute
gebräuchlichen Formen, obwohl ihre Herkunft unverkennbar dieselbe ist.
Osmanische Zahlen – eine eigenständige Entwicklung
Die sogenannten osmanischen Ziffern, wie sie auf historischen Taschenuhren für den osmanischen Markt zu finden sind, stellen eine besondere Form der Zahlendarstellung dar. Sie
beruhen ebenfalls auf einem Dezimalsystem mit den Ziffern 0 bis 9, entwickelten jedoch eine ganz eigene kalligrafische Gestaltung innerhalb der osmanischen Schriftkultur.
Im Gegensatz zu den heute verwendeten arabischen Ziffern zeichnen sich osmanische Zahlen durch ihre fließenden Linien und charakteristischen Formen aus. Sie waren über Jahrhunderte Bestandteil
offizieller Dokumente, wissenschaftlicher Arbeiten und natürlich auch hochwertiger Zeitmesser, die speziell für den osmanischen Markt gefertigt wurden.
Immer wieder werden verschiedene Erklärungsversuche zur Entstehung ihrer Formen diskutiert. Eine besonders anschauliche Interpretation sieht in einigen Ziffern stilisierte Hände und Finger,
wodurch sich bestimmte Zahlen bildlich nachvollziehen lassen. Historisch belegt ist diese Deutung jedoch nicht; sie stellt vielmehr eine interessante Eselsbrücke dar, die das Erlernen der osmanischen
Ziffern erleichtern kann.
Mit der Gründung der Republik Türkei und der Einführung des lateinischen Alphabets im Jahr 1928 verschwanden die osmanischen Ziffern weitgehend aus dem öffentlichen Leben. Heute begegnet man ihnen
fast ausschließlich auf historischen Dokumenten und außergewöhnlichen Taschenuhren – oder auf modernen Zeitmessern, die diese fast vergessene Tradition wieder aufleben lassen.