Ottoman Enamel II

 

Ref. 2092

Kleinserie von nur 25 Stück

 

 

Details
 

Manufaktur-Gehäuse

40 mm Durchmesser

Gesamthöhe 10,6 mm

von Horn zu Horn ca. 48 mm

Bandbreite 22 mm

hand-gebürstetes Gehäuse aus Edelstahl

verschraubter Saphirglasboden (nickelfrei)

verschraubter Top-Ring mit rand-gewölbtem Saphirglas

Saphirglas entspiegelt (Transparent-Entspiegelung)

Glasdichtungen UV-beständig

mindestens 5 BAR druckfest

griffige Zwiebel-Krone

Zifferblatt 3-schichtig

temperatur-gebläute Stahlzeiger, Birnenform (Marine)

Swiss Made Handaufzugswerk (auf Basis des ETA Unitas 6498-2), 17 Steine, 21.600 A/h, bis maximal 60 h Gangreserve

feinreguliert in 5 Lagen

Durchschnittliche Ganggenauigkeit -2/+8 Sekunden pro Tag, gemessen nach dem Einschalen des Uhrwerkes

Stoßsicher nach DIN Norm 8308

Antimagnetisch nach DIN Norm 8309

hand-genähte Lederbänder aus echtem Louisiana-Alligator

Lederbox.

 

Preise und Lieferzeiten

 

Lieferzeit ca. 4 Wochen

 

Ottoman Enamel II Basic mit Pferdelederband * 2.299,- Euro

*Upgrade Top Grade Uhrwerk + 900,- Euro

 

Extras:

Umbau auf Echt-Alligatorband + 89,- Euro

Umbau auf Zylinder-Krone * kostenlos

Faltschließe + 89,- Euro

Rose vergoldetes Gehäuse (extrem robuste PVD Beschichtung) + 229,- Euro

Große Presentations-Holzbox + 299,- Euro

 

 

Vorderseite

Mit der Ottoman Enamel Kollektion greift Tourby die jahrhundertealte Tradition osmanischer Zeitmesser auf und verhilft den historischen osmanischen Ziffern zu einer zeitgemäßen Renaissance. Das außergewöhnliche Zifferblattdesign wurde von Tourby als eingetragenes Geschmacksmuster geschützt und verleiht der Kollektion ihren unverwechselbaren Charakter.

 

Die Modelle sind in einem eleganten 40-mm-Edelstahlgehäuse untergebracht und werden von einem leicht gewölbten, innen entspiegelten Saphirglas geschützt. Mit einer Mohshärte von 9 zählt Saphir nach dem Diamanten zu den härtesten transparenten Materialien und bietet eine außergewöhnliche Kratzfestigkeit.

 

Das Zifferblatt besteht aus massivem 925er Sterlingsilber und erhält eine hochwertige Emaille-Beschichtung, die den klassischen Charakter historischer Emaille-Zifferblätter eindrucksvoll nachempfindet. Gefertigt wird es exklusiv für Tourby von einer renommierten deutschen Traditionsmanufaktur.

 

Abgerundet wird das harmonische Gesamtbild durch temperaturgebläute Stahlzeiger, die nach traditioneller Handwerkskunst hergestellt werden. Nur noch wenige spezialisierte Manufakturen beherrschen heute diese aufwendige Fertigungstechnik.

 

Für höchsten Tragekomfort stehen Armbänder aus Louisiana-Alligatorleder oder Shell Cordovan zur Auswahl. Serienmäßig werden sie mit einer hochwertigen Dornschließe ausgeliefert; optional ist eine komfortable Faltschließe erhältlich.

Jede Tourby Uhr wird in einer hochwertigen Reisebox aus Leder geliefert, die den sicheren Transport gewährleistet und den exklusiven Charakter der Uhr stilvoll unterstreic

 

Rückseite

 

Das fein dekorierte schweizer Handaufzugswerk können Sie auf der Rückseite durch den Saphirglasboden bewundern. Das biedere Unitas Rohwerk wird in unserer Manufaktur aufwendig finissiert und aufgewertet. Besonders schön ist die Top Grade Version mit Skelettierungen, Perlage, Schneckenschliff, doppelter Glashütter Sonnenschliff und gebläute Schwanenhalsfeinregulierung. 

Das Basic Uhrwerk

Die Basic Uhrwerke sind ohne Aufpreis erhältlich. Wählen Sie ihren Favoriten.

Silber

Die silberne Variante ist gestrahlt und hat eine skelettierte Unruhbrücke, gebläute Schrauben und skelettierte Aufzugsräder.

Gold

Die goldene Variante ist gestrahlt und hat eine skelettierte Unruhbrücke, gebläute Schrauben und skelettierte Aufzugsräder.

Black

Die schwarze Variante ist gestrahlt und hat eine skelettierte Unruhbrücke und skelettierte Aufzugsräder.

Rhodium

Die rhodinierte Variante ist fein dekoriert mit Genver Streifenschliff, gebläuten Schrauben und geschliffenen Aufzugsrädern.

Das Top Grade Uhrwerk

Das Top Grade Uhrwerk ist nur mit einem Aufpreis erhältlich (ab + 900,- Euro).

Top Grade

Als Basis für unser Top Grade dient das schweizer ETA Unitas 6498-2. Das Rohwerk wird komplett in unserer Manufaktur fein finissiert mit Skelettierungen, Schneckenschliff, Perlage, anglierten Kanten, gebläuten Schrauben, doppeltem Sonnenschliff und gebläuter Schwanenhals-Feinregulierung. Das Werk ist auch technisch aufgewertet mit einer längeren Gangreserve und eine Glucydur Chronometer Unruh.

Dieses Handaufzugswerk eignet sich perfekt für klassische Armbanduhren mit einem größeren Durchmesser. 

Rhodiniert

Rhodium hat einen besonderen Glanz und ist in seiner Schönheit kaum zu übertreffen. Diese Variante ist im Upgrade inbegriffen.

Handgraviert

Gegen einen weiteren Aufpreis (+ 1.599,- Euro) können wir das Uhrwerk komplett, oder nur teilweise von Hand gravieren, genau so wie Sie es wünschen.

 

Osmanische Uhren: Zahlen für ein Weltreich

Die Geschichte der Uhren mit osmanischen Ziffern reicht mehrere Jahrhunderte zurück. Bereits seit dem 17. Jahrhundert fertigten die bedeutendsten europäischen Uhrmacher kostbare Zeitmesser für den Hof des Osmanischen Reiches und seine wohlhabende Elite. Viele dieser Uhren dienten als diplomatische Geschenke zwischen Herrscherhäusern und Staatsmännern. Noch heute zeugt die eindrucksvolle Sammlung im Topkapı-Palast in Istanbul von dieser außergewöhnlichen Epoche der Uhrmacherei.

Um den Geschmack des osmanischen Marktes zu treffen, unterschieden sich diese Uhren deutlich von ihren europäischen Pendants. Osmanische Ziffern, kunstvolle Emaillearbeiten, feinste Guillochierungen, Goldgehäuse und Edelsteinbesatz prägten ihr Erscheinungsbild. Farben wie das traditionelle Türkis waren besonders beliebt und verliehen den Zeitmessern ihre unverwechselbare Ausstrahlung.

 

Zu den berühmtesten Uhrmachern, die Uhren für den osmanischen Markt schufen, gehörten Abraham-Louis Breguet und Julien Le Roy. Ihre außergewöhnlichen Taschenuhren verbanden höchste technische Präzision mit einer Gestaltung, die speziell auf die Wünsche ihrer osmanischen Auftraggeber abgestimmt war.

Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich insbesondere England zu einem bedeutenden Exporteur von Taschenuhren in das Osmanische Reich. Die Brüder Edward und George Prior spezialisierten sich auf diesen Markt und fertigten über Jahrzehnte hochwertige Spindeltaschenuhren mit osmanischen Ziffern. Viele dieser aufwendig dekorierten Zeitmesser funktionieren noch heute zuverlässig und gehören zu den begehrtesten Sammlerstücken ihrer Epoche. Charakteristisch sind ihre robusten Kettenantriebe sowie kunstvoll gravierte Uhrwerke, die eindrucksvoll das handwerkliche Können ihrer Zeit widerspiegeln.

Mit dem Ende des Osmanischen Reiches und der Gründung der Republik Türkei wandelte sich auch die Welt der Uhren grundlegend. Unter Mustafa Kemal Atatürk orientierte sich das Land stärker an Europa. Die Einführung des lateinischen Alphabets und weitreichende Modernisierungsreformen führten dazu, dass traditionelle osmanische Gestaltungselemente zunehmend aus dem Alltag verschwanden. Gleichzeitig verlagerte sich die Nachfrage von aufwendig gefertigten Luxusuhren hin zu funktionalen und erschwinglichen Zeitmessern.

 

In dieser Zeit gewann die Schweizer Manufaktur Cortebert erheblich an Bedeutung. Das Unternehmen zählte zu den größten Herstellern hochwertiger Uhrwerke seiner Zeit und belieferte neben eigenen Taschenuhren auch zahlreiche andere Marken. Besonders bekannt wurden die robusten Eisenbahneruhren, deren Präzision und Zuverlässigkeit bis heute geschätzt werden. Unter Sammlern genießen insbesondere die für den türkischen Markt gefertigten Modelle mit der Aufschrift „Demiryolları“ einen hervorragenden Ruf. Ihr historischer Bezug sowie ihre technische Qualität haben sie zu begehrten Sammlerstücken werden lassen.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts verschwanden Uhren mit osmanischen Ziffern nahezu vollständig vom Markt. Nur wenige Hersteller boten noch einzelne Modelle an, die jedoch meist nicht mehr an die handwerkliche Qualität ihrer historischen Vorbilder heranreichten. Heute gehören originale osmanische Taschenuhren zu den faszinierendsten Zeugnissen klassischer Uhrmacherkunst. Selbst in der modernen Türkei sind die historischen osmanischen Ziffern nur noch wenigen Menschen geläufig.

Mit der Ottoman Kollektion knüpft Tourby an dieses fast vergessene Kapitel der Uhrengeschichte an. Die historischen osmanischen Ziffern werden mit deutscher Uhrmacherkunst und moderner Fertigungsqualität verbunden – als Hommage an eine außergewöhnliche Epoche, in der europäische Präzision und osmanische Ästhetik eine einzigartige Verbindung eingingen.

 

Die Geschichte unserer Zahlen

Jede Uhr erzählt die Zeit mithilfe von Zahlen. Dass ein Zifferblatt in 60 Minuten und jede Minute in 60 Sekunden unterteilt ist, geht auf eine jahrtausendealte Tradition zurück. Ihren Ursprung hat dieses System im alten Mesopotamien, wo die Sumerer und Babylonier bereits vor über 4.000 Jahren das Sexagesimalsystem – ein Zahlensystem auf der Basis 60 – entwickelten. Bis heute findet es Anwendung bei der Zeitmessung und der Einteilung des Kreises in 360 Grad.

Auch die Einteilung in Fünferschritte ist tief in der Menschheitsgeschichte verwurzelt. Sie orientiert sich an den fünf Fingern einer Hand und erleichtert seit Jahrtausenden das Zählen. Deshalb werden auf klassischen Uhren meist die Minuten 5, 10, 15, 20 bis 60 beschriftet, während die einzelnen Minuten durch feine Indexe markiert sind.

 

Warum heißen unsere Zahlen „arabisch“?

Die heute weltweit verwendeten Ziffern werden allgemein als arabische Zahlen bezeichnet. Tatsächlich stammen sie jedoch ursprünglich aus Indien, wo bereits zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert ein Dezimalsystem mit den Ziffern 0 bis 9 entwickelt wurde. Besonders revolutionär war die Einführung der Null als eigenständige Zahl – eine mathematische Innovation, die das Rechnen grundlegend veränderte.

Arabische Gelehrte übernahmen dieses Zahlensystem, entwickelten es weiter und verbreiteten es schließlich im Mittelalter über Nordafrika und Spanien nach Europa. Von dort setzte es sich nach und nach gegen die römischen Zahlen durch. Im deutschsprachigen Raum trug unter anderem der Rechenmeister Adam Ries dazu bei, das neue Zahlensystem bekannt zu machen.

Im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich die Schriftform der Ziffern immer wieder. Deshalb unterscheiden sich die ursprünglichen indischen oder arabischen Zeichen deutlich von den heute gebräuchlichen Formen, obwohl ihre Herkunft unverkennbar dieselbe ist.

 

Osmanische Zahlen – eine eigenständige Entwicklung

Die sogenannten osmanischen Ziffern, wie sie auf historischen Taschenuhren für den osmanischen Markt zu finden sind, stellen eine besondere Form der Zahlendarstellung dar. Sie beruhen ebenfalls auf einem Dezimalsystem mit den Ziffern 0 bis 9, entwickelten jedoch eine ganz eigene kalligrafische Gestaltung innerhalb der osmanischen Schriftkultur.

Im Gegensatz zu den heute verwendeten arabischen Ziffern zeichnen sich osmanische Zahlen durch ihre fließenden Linien und charakteristischen Formen aus. Sie waren über Jahrhunderte Bestandteil offizieller Dokumente, wissenschaftlicher Arbeiten und natürlich auch hochwertiger Zeitmesser, die speziell für den osmanischen Markt gefertigt wurden.

Immer wieder werden verschiedene Erklärungsversuche zur Entstehung ihrer Formen diskutiert. Eine besonders anschauliche Interpretation sieht in einigen Ziffern stilisierte Hände und Finger, wodurch sich bestimmte Zahlen bildlich nachvollziehen lassen. Historisch belegt ist diese Deutung jedoch nicht; sie stellt vielmehr eine interessante Eselsbrücke dar, die das Erlernen der osmanischen Ziffern erleichtern kann.

 

Mit der Gründung der Republik Türkei und der Einführung des lateinischen Alphabets im Jahr 1928 verschwanden die osmanischen Ziffern weitgehend aus dem öffentlichen Leben. Heute begegnet man ihnen fast ausschließlich auf historischen Dokumenten und außergewöhnlichen Taschenuhren – oder auf modernen Zeitmessern, die diese fast vergessene Tradition wieder aufleben lassen.

 

 

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